Der Informationsfluss innerhalb eines Franchise-Systems ist nicht nur für den Franchise-Geber ein wichtiges Element für die Franchise-Partnerbetreuung und Systementwicklung. Auch der Informationsfluss zwischen den Franchise-Partnern und ihren Mitarbeitern sowie zwischen den Franchise-Partnern untereinander stärkt den einheitlichen Marktauftritt innerhalb des Franchise-Systems und kann wesentliche Impulse für die Systemanwendung und Systementwicklung bieten. Der Franchise-Partner und seine Mitarbeiter sind die lokale Schnittstelle des Franchise-Systems zu den Interessenten und Kunden. Aufgrund ihrer täglichen Erfahrungen an dem lokalen Standort können sie die Akzeptanz der Produkte und Dienstleistungen bei den Kunden, die lokale Marktentwicklung sowie die lokalen Mitbewerber beurteilen. Es liegt daher im Interesse des gesamten Franchise-Systems, dass der Franchise-Geber die Informationen seiner Franchise-Partner an den jeweiligen Standorten sammelt, auswertet und den Franchise-Partnern die Ergebnisse zur Verfügung stellt. Ergebnisse der lokalen Marktbeobachtung für das Franchise-System nutzen Gestaltung des Informationsmanagements im Franchise-Vertrag regeln Wie weit dürfen Einsicht- und Kontrollrechte gehen? Um den Informationsaustausch innerhalb des Franchise-Systems zu stärken, haben sich Erfahrungsaustauschtagungen (Erfa-Tagungen) bewährt. Auch hier kann es sich empfehlen, durch entsprechende Regelungen in dem Franchise-Vertrag die Franchise-Partner zur regelmäßigen Teilnahme an den Erfa-Tagungen zu verpflichten. Bei der Ausgestaltung des Franchise-Vertrages ist im Zusammenhang mit dem Informationsmanagement auf eine Ausgewogenheit zwischen den von den Franchise-Partnern zu erteilenden Informationen und ihrer Selbstständigkeit zu achten. Der Informationsfluss sollte nicht als engmaschiger Kontrollmechanismus missverstanden und ausgestaltet werden. Ein Übermaß an Einsichts- und Kontrollrechten kann von der Rechtsprechung als Eingriff in die unternehmerische Selbstständigkeit des Franchise-Partners beurteilt werden. Mittels Informationsvorsprung zur lokalen Marktführerschaft Die Funktion des Informationsmanagements in einem Franchise-System ist es, dass sowohl Franchise-Geber als auch die Franchise-Partner und deren Mitarbeiter die für sie jeweils notwendigen Informationen bekommen, um dieses gemeinsame Ziel erreichen zu können. Der Informationsvorsprung gegenüber Mitbewerbern stellt sowohl für den Franchise-Partner als auch für das Franchise-System insgesamt einen erheblichen Wettbewerbs-vorteil dar, den es durch einen kontinuierlichen Informationsfluss zu erhalten gilt. Weitere Informationen unter Tigges Rechtsanwälte. |
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