Bei der Beurteilung erfolgreicher Franchise-Systeme fällt immer wieder auf: Neben dem Markterfolg des Produktes bzw. der Dienstleistung, die per Franchise vermarktet wird, ist die umfassende Beherrschung der Geschäftsprozesse ein weiterer Erfolgsfaktor. Doch wie kommen diese Prozessqualitäten zustande? Die Antwort hierauf ist nicht in einem Satz zu benennen. Es sind mehrere Aspekte, die in ihrer Summe und gegenseitigen Beeinflussung zum erfolgreichen Gesamtsystem verschmelzen. Fokus auf Effizienz Dazu ein praktisches Beispiel: Ist die individuelle Betreuung eines Franchise-Partners während seiner Eröffnungsphase eine effektive Maßnahme zur Steigerung des Systemerfolges? Ja! Vor allem dann, wenn die Systemzentrale über das entsprechende Eröffnungs-Know-how verfügt und dieses Wissen im lokalen Markt einen insgesamt einfacheren Markteintritt ermöglicht. Ob dieser Betreuungsprozess aber auch effizient organisiert wird, steht auf einem anderen Blatt. Denn: Viele Systeme schaffen es nicht, eine grundsätzlich als effektiv erkannte Prozesskette auch so in die Tat umzusetzen, dass ein Höchstmaß an Effizienz entsteht. In unserem Beispiel der Eröffnungsprojekte finden sich immer wieder „Effizienz-Bremsen". Das können zum Beispiel sein: Veraltete oder lediglich theoretische Fahrpläne für das Eröffnungsprojekt; Schulungen, bei denen weder die Eingangsvoraussetzungen noch die optimale Lerndidaktik eine Rolle spielen; überzogene oder viel zu optimistische Einschätzung der Prozessbeherrschung durch den Franchise-Partner; usw... System-Ressourcen durch Steigerung der Effizienz schonen Die Beherrschung der notwendigen Prozesse bietet eine Reihe von Vorteilen, die jeder Branchenkenner bei erfolgreichen Systemen sofort ablesen kann: Wer die Prozesse nicht im Griff hat, macht naturgemäß mehr Fehler, verbraucht einen hohen Anteil seiner Systemzentralen-Ressourcen für das Bearbeiten von Beanstandungen, Beheben von Fehlern und das Kontrollieren der Änderungen. Es gibt Systemzentralen, bei denen dieser Anteil der Tätigkeiten deutlich mehr als die Hälfte des gesamten Service-Bereiches ausmacht. Systemtätigkeiten anhand strategischer Geschäftsprozesse organisieren Genau in diesem prozessorientierten Ansatz liegt jedoch ein wichtiger Erfolgsfaktor eines Franchise-Systems; die vermarktungsfähige Leistung einmal vorausgesetzt. Im Grunde können alle Geschäftsprozesse vom Kunden aus beschrieben werden. In der Summe sollte ein Franchise-System nicht mehr als fünf bis sieben strategische Geschäftsprozesse haben (z.B. Franchise-Partner-Gewinnungsprozess, Service-Prozess, Handelsprozess, Entwicklungsprozess,...), die dann in operative Prozesse aufgeteilt werden. Prozessdokumentation ermöglicht Darstellung des gesamten Geschäftsmodells
Auf der Ebene der strategischen Prozesse werden in dieser Darstellung lediglich die untergeordneten Teilprozesse sinnvoll verknüpft. Auf der Ebene der Teilprozesse werden dann immer präzisere Prozessvorgaben gemacht, bis auf der Ebene der Einzeltätigkeiten die Prozesse konkret beschrieben werden. In der Summe und Verkettung kann so das gesamte Geschäftsmodell dargestellt werden. Neben den strategischen und Managementprozessen werden die Sekundär- oder Hilfsprozesse beschrieben. Die Systematik ist die Gleiche wie bei den Hauptprozessen, wobei die Empfänger der Prozessergebnisse sich unterscheiden: Aus Sicht der Systemzentrale ist der Empfänger bei den Hauptprozessen ein externer Systembeteiligter, also je nach Prozesstyp entweder Endkunde oder Franchise-Partner, wohingegen bei den Sekundär- oder Hilfsprozessen ein interner Prozessnachfolger der Empfänger ist.. Damit ist also der Handelsprozess ein Hauptprozess, da der Kunde hier der Endabnehmer ist, wohingegen der Controlling-Prozess lediglich einen Sekundärprozess darstellt, da der Empfänger der Prozessleistung ein „interner" Manager ist. Planungskosten machen sich durch hohe Systemqualität und -stabilität bezahlt Weitere Informationen unter Systemzentralen aufbauen. |
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