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Franchise-Zentralen in vorhandene Unternehmensorganisationen einbinden

In der Entwicklung von Franchise-Systemzentralen gibt es zwei denkbare Ausgangslagen:

1. Das System wird komplett neu entwickelt und die sich daraus ergebende Organisationsform Schritt für Schritt aufgebaut.

2. Die Systemzentrale wird für den Bereich Franchise konzeptionell dargestellt, und alle Organisationseinheiten werden dann in eine vorhandene Unternehmensstruktur eingebunden.

Dieser letztgenannte Fall ist häufig dann anzutreffen, wenn neben Franchise andere Vertriebsformen (Filialbetriebe, Direktvertriebssysteme, etc.) unter einer Führung existieren.

Für die Einbindung einer Franchise-Zentrale in die vorhandene Unternehmensorganisation gilt es dann aber einige Dinge zu beachten, um die gewünschten Synergieeffekte zu realisieren (vor allem Doppelfunktionen zu vermeiden) und gleichzeitig alle franchise-spezifischen Funktionsbereiche aufzubauen.

Vorhandene Unternehmensorganisation muss um franchise-spezifische Abteilungen ergänzt werden
In den gängigsten Unternehmensorganisationen lassen sich eine Reihe von Abteilungen identifizieren, die auch die jeweiligen Teilarbeiten einer Franchise-Zentrale übernehmen können. Hier sind insbesondere die Handelsbereiche (Einkauf, Distribution, Logistik) sowie die Back-Office-Bereiche (Finanzen, Recht, Controlling) zu nennen.

Andere Teilfunktionen sind in den meisten „klassischen" Unternehmenszentralen nicht vorhanden und müssen personell und technisch neu aufgebaut werden. Hier sind exemplarisch die Bereiche Schulungszentrum (Qualifizierung der Franchise-Partner) und Franchise-Vertrieb zu nennen.

In einigen Abteilungen müssen sich die Aufgabenfelder um franchise-spezifische Elemente erweitern. So wird in einem Mischsystem nicht nur der Absatz- und der Lieferantenmarkt zu beobachten sein, sondern neu auch der Franchise-Partner-Markt.
Es muss bei jedem System individuell ermittelt werden, welche Abteilungsfunktionen ergänzende Aufgaben aus dem Know-how-Bereich Franchise erhalten.

Verschiedene Absatzkanäle nutzen allen Beteiligten
Bei der Implementierung eines Franchise-Systems in eine vorhandene Unternehmensorganisation ist - anders als bei neu errichteten Systemen - sorgfältig darauf zu achten, dass betriebsintern keine „Zweiklassengesellschaft" entsteht. Wenn das „moderne Franchise-Outlet" mit dem „alten Filialbetrieb" um die Ressourcen der Systemzentrale kämpft, sind Konflikte ebenso vorprogrammiert wie bei dem Wettbewerb „renitenter junger Franchise-Nehmer" gegen „alten Hasen aus der Struktur".

Es ist oberste Führungsaufgabe, allen Systemmitarbeitern klar zu machen, dass ein gleichberechtigtes Nebeneinander verschiedener Absatzkanäle allen Beteiligten nutzt. Daher wird in aller Regel im Laufe des Veränderungsprozesses innerhalb der Systemzentrale ein gemeinsames Verständnis für das (neue) Gesamtsystem geschaffen. Hier bieten sich Mitarbeiterversammlungen, moderierte Workshops oder andere Gruppenveranstaltungen an, bei denen das integrierte Konzept mit allen Vorteilen plausibel gemacht wird. Der zeitliche und organisatorische Aufwand für die Implementierungsphase wird umso geringer ausfallen, je positiver die gesamte Organisation das Franchise-Projekt mit trägt.

Wo dann erkennbare Widerstände die Entwicklung des Systems hemmen, kann durch gezielte Maßnahmen im Rahmen des Change Managements gegengesteuert werden. Hier hat sich die Einbindung externer Organisations- und Moderationsprofis als sehr hilfreich erwiesen.

Weitere Informationen unter Systemzentralen aufbauen.

 
Mathias Dehe

Ihr Spezialist für den Auf- und Ausbau von System-zentralen 
Mathias Dehe